Windkraft im Allgäu - ILKA

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Windkraft im Allgäu

Windkraft im Allgäu


Windparks auf den Allgäuer Höhenzügen  –  unvereinbar mit dem Landschaftsschutz!

In Kürze:
Eine Studie des Allgäuer Überlandwerks vom Mai 2008 kam zum Ergebnis, dass rein technisch,
allein im Landkreis Oberallgäu, einem der schönsten Landkreise Deutschlands, Potenzial für 140 Windkraftanlagenstandorte  der 2- Mega-Watt-Klasse bestünde.
Dies, und der Umstand, dass von den etablierten Naturschutzverbänden keine Unterstützung zu erwarten war,
führte zur Gründung von ILKA - Initiative Landschaftschutz Kempter Wald und Allgäu e.V.



In zahlreichen eigenen Informationsveranstaltungen, unzähligen Schreiben an die Verantwortungsträger, Präsenz bei wichtigen Sitzungen, Stellungnahmen, Unterschriftensammlungen, Kundgebungen, und vielem mehr,
hat unser Verein die negativen Folgen der Windkraftanlagen (WKA) für die Versorgungssicherheit, die Natur, die Anwohner und das Landschaftsbild, gerade für das touristisch geprägte Ober-, Ost- und Westallgäu, aufgezeigt.

Letztlich ist es vorerst gelungen das große Ausschlussgebiet für Windkraftanlagen im Süden der Region Allgäu zu erhalten.
Die vom Regionalen Planungsverband beabsichtigte  Ausweisung zahlreicher neuer Vorranggebiete für Windparks wurde aufgegeben, als die Deutsche Flugsicherung Einwendungen erhob, und im Umkreis von 15km um das Funkfeuer Kempten keine weiteren Windräder akzeptierte, um die die Flugsicherheit nicht zu gefährden, sowie der Einführung der 10H-Regelung in Bayern, wonach grundsätzlich die 10fache Höhe von Windkraftanlagen  als Mindestabstand zu Wohnbaugebieten einzuhalten ist.

Im Folgenden erfahren Sie, wie alles begann....

Planungen für Windtürme am und im Kempter Wald !  Windparks auch noch im Kempter Wald ?  Nein !  
           

oben: Blick von der Hohen Schulter bei Betzigau-Hauptmannsgreut

Wie alles 2008 begann:
Als Bewohner einer wunderschönen Ecke mitten im Allgäu, in Hochgreut und Hauptmannsgreut nahe dem Kempter Wald, schreckten wir auf, als die vorstehende  Karte in der Allgäuer Zeitung veröffentlicht wurde.der schönsten Landschaften Deutschlands, das Allgäuer Voralpenland mit dem großen Kempter Wald, dem Kürnacher Wald und der Adelegg, und den südlichen Höhenzügen im oberen Allgäu, sollte nach den Plänen des, zu 83% im Besitz der Stadt Kempten befindlichen, Allgäuer Überlandwerkes (AÜW) und eines privaten Windkraft-Fonds-Initiators aus Wildpoldsried, mit 140 Windkraftanlagen besetzt werden.  (Siehe Karte oben)
der Grundlage einer von dem AÜW in Auftrag gegebenen sogenannten PEESA-Studie sollten die  „windhöffigen“ Standorte in exponierten Höhenlagen für 200 Meter Windtürme genutzt werden, und zwar möglichst auch im Ausschlussgebiet, das bisher aus touristischen Gründen von industrieller Bebauung mit Windrotoren befreit war.
Wir sagen: Dies ist mit dem Schutz der Allgäuer Voralpenlandschaft unvereinbar. : der so erzielte zusätzliche Energieversorgungsbeitrag wäre im Verhältnis zum dauerhaften Landschaftsverbrauch unverhältnismäßig und unvertretbar gering.


oben: Hochgreut, mit Wildpoldsrieder Windradkette im Hintergrund neben der B12,
dem Eingangstor zum Oberallgäu. Die Gäste werden begrüßt durch riesige Wind-Industrieanlagen !

Am Beispiel des von der Windkraft-Lobby hochgelobten „Windparks“ auf dem Höhenzug an der B 12 bei  Wildpoldsried, Kraftisried und Günzach mit inzwischen 11 Anlagen sehen wir bereits, wie nachteilig sich das Allgäuer Landschaftsbild verändert hat – nicht unbedingt zum Nachteil der Wildpoldsrieder, die die riesigen Anlagen großteils gar nicht sehen. Wohl aber zum Nachteil der Hoch-und Hauptmannsgreuter und ihrer Gäste:
Die Idylle existiert nicht mehr. Der Wanderer auf dem Hauptmannsgreuter Aussichtspunkt (siehe das Foto oben) kann sich den früher lieblichen Blick nach Nordosten sparen. Angedacht waren/sind weitere Anlagen im Süden, Osten und Westen von Hochgreut!Windkraftanlagen passen als technische Konstrukte von großer Fernwirkung nun einmal nicht in diese Landschaft. Das Kleinod „Allgäu“ wird optisch zerstört. Anwohner und Erholungssuchende leiden darunter.
Und – unser Tourismusland wird zerstört – wenn die Windkraftentwicklung dem Natur- und Landschaftsschutz nicht ungeordnet wird.  

ILKA ergreift die Initiative:
Dazu wurden durch die ILKA-Aktiven zahlreiche Informationsveranstaltungen mit hochkarätigen Referenten veranstaltet, unzählige Schreiben an die Verantwortungsträger verfasst, Präsenz bei wichtigen Sitzungen und Diskussionsrunden gezeigt. Zudem haben wir begonnen  Unterschriften, gegen die Errichtung weiterer WKA im Oberallgäu, insbesondere in den Gebieten des Kempter Wald und der Adelegg/Kreuzthal zu sammeln. Damit wollten wir zeigen, dass unsere Position Rückhalt in der Bevölkerung genießt. Den Erfolg dokumentieren weit über 2.100 Unterschriften, die wir in nur 10 Wochen gesammelt haben. „Nebenbei“ haben wir auch viele neue Mitglieder und Freunde gewonnen, insbesondere in Buchenberg, das wie Betzigau knapp nördlich des Ausschlussgebietes liegt.


„2.162 x Nein“ wurde am 06. Mai 2009 vom damaligen, leider viel zu früh verstorbenen, ILKA-Vorsitzenden Dr. Wilfried Haesen
an  Vorsitzenden des Planungsausschusses, Oberbürgermeister Stefan Bosse von Kaufbeuren
und seinem Stellvertreter, Landrat Elmar Stegmann aus Lindau,
mit einer Petition („Fünf Wünsche an den Planungsverband“) auf der Treppe des Rathauses in Kaufbeuren,
vor der entscheidenden Sitzung des Allgäuerüberreicht.


In der  anschließenden  öffentlichen Sitzung des  Planungsausschusses des Regionalen Planungsverbandes Allgäu hatte sich die weit überwiegende Mehrheit für die Erhaltung des Ausschlussgebietes  im  Süden  der  Region ausgesprochen. Die bestehenden Abgrenzungen sollten geprüft werden, so dass durchaus die Hoffnung bestand, den Regionalverband davon zu überzeugen, dass auch der Kempter und der Kürnacher Wald, die Schätze der Allgäuer Landschaft sind, insgesamt dem Windkraft-Ausschlussgebiet neu zugeordnet werden könnten. Aber auch der Umfang der Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Windkraft im nördlichen Regionsteil sollte in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Landkreisen geprüft und ggf. überarbeitet werden. Der Planungsausschuss hat sich damit dem durch die PEESA-Studie aufgebauten Meinungsdruck nicht gebeugt, und erfreulich besonnene Beschlüsse gefasst.folgende öffentliche Auseinandersetzung fand ihre Höhepunkte in zahlreichen Beschlüssen von Städten und Gemeinden, die eine weitere Ausbreitung der Windkraft in ihren jeweiligen Gebieten ablehnten.

Übrigens auch in Kempten! Hier kehrt sich der Vorwurf des Sankt Florians-Prinzips gegen die Windkraftindustrie selbst. Man will andere mit immer neuen Anlagen beglücken, aber das eigene Umfeld verschonen.

Allgäuer Zeitung startet TED-Umfrage:
Der Versuch der Allgäuer Zeitung, mittels „TED-Umfrage“ die Stimmung zu kippen, ging nach hinten los:
52,7 % der Teilnehmer teilten unseren Standpunkt, dass erneuerbare Energie sinnvoll ist, ihr Ausbau uns aber nicht zur sinnlosen Zerstörung der Allgäuer Landschaft nötigen darf. Zusätzliche 5,5 Prozent wollen durch Windräder nicht persönlich beeinträchtigt werden.


"Neue" Allgäuer Heimat – Windradkette (inzwischen 11 Anlagen) bei Wildpoldsried

2009: Ausschlussgebiet bleibt!
Am 18.11.2009 hat der Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbands Allgäu in Kaufbeuren dann mit überwältigender Mehrheit beschlossen:
Es bleibt bei den geltenden Ausschlussgebieten im Süden des Allgäu und den Vorbehalts- und Vorranggebieten im nördlichen Bereich.
Das bedeutet: Insbesondere im Süden, in etwa südlich der B 12, bleiben neue Windkraftprojekte ausgeschlossen. Gleiches gilt für das gemeindefreie Kerngebiet des Kempter Waldes.

Was aber droht, wenn wir nicht aufpassen, hat uns die PEESA-Studie  eindrucksvoll vor Augen geführt: Großteil aller Höhenrücken im Oberallgäu sollte überzogen werden mit riesigen Windradketten. Sie sich ein Bild davon. Die roten Kreise auf der Oberallgäu-Karte ganz oben zeigen die „windhöffigen" möglichen Standorte der Windgiganten.

markanten Höhenzüge um das Illertal von Dietmannsried, über Kempten bis Immenstadt wären bedroht, ebenso  die wunderbarenvon Kimratshofen über Buchenberg-Hochberg, Kreuzthaler- und Kürnacher Höhen.wunderbare Landschaft des Allgäuer Voralpenlandes Windtürme stellen, die über Dutzende von Kilometer gesehen werden?


Adellegg / Kürnacher Wald:
Heimat der Schwarzstörche. Auf württembergischer Seite der Adelegg besteht ein Vogelschutzgebiet. Auf bayerischer Seite blieben die Anträge seit Jahren unbearbeitet.

Südwestliches Oberallgäu:
Die Höhenzüge Hauchenberg, Stoffelberg, Missen-Stixner und Ochsenberg; sowie das Hochgebiet bei Steibis und die Thaler Höhe zwischen Oberstaufen und Immenstadt würden mit dem Bau von Windparks ihr Gesicht verlieren.

Im südöstlichen Oberallgäu
:
Hier wären die herrlichen Landschaften des Rottachberges, die Ausläufer des Grünten bei Wertach und das Hörnle, sowie die  Elleghöhe zwischen Rottachsee und Oy-Mittelberg betroffen. der Jochpass bei Hindelang war im Visier der Windradbauer.

Allein im Naherholungsgebiet Kempter Wald bei Hauptmannsgreut und Möstenberg in der Gemeinde Betzigau wären laut Peesa-Studie des AÜW elf Windkraftanlagen möglich.
Aus diesen Plänen wird wohl auf absehbare Zeit nichts. Zum einen hat das AÜW zugesichert, nichts gegen die Gemeindebeschlüsse zu unternehmen.Gemeinderat hat mit uns sogar die Einbeziehung dieser Standorte in das Ausschlussgebiet Kempter Wald gefordert. Zum anderen liegen diese Standorte nun im 15km-Umkreis um das Funkfeuer Kempten; und hier dürfen derzeit aus Gründen der Sicherheit des Flugverkehrs keine weiteren WKA errichtet werden, doch dies erfuhren wir alle erst 2014.

2011 Fukushima:  
Nach dem tragischen Atomunfall in Fukushima (Japan) am 11.03.2011, und den folgenden panischen Reaktionen der deutschen Politik, glaubte die Windkraft-Lobby die berechtigten öffentlichen Belange des Arten- und Landschaftsschutzes, sowie der Schutzbedürfnisse der Anwohner, nun endgültig beiseite schieben zu können.

Eine chaotische Energiewende beginnt.

Planungsausschuss sucht nun Standorte im gesamten Allgäu.
In diesem Zusammenhang ist auch zu sehen, dass der Planungsausschuss nun in seiner Sitzung vom 23.04.2012 beschloss für die Nutzung der Windenergie in der gesamten Region Allgäu 16 (OA, OAL und Kreis Lindau – Westallgäu) weitere Flächen zu suchen.

ILKA e.V. erarbeitet Stellungnahme
Am 22.08.2012 wurde ILKA, und über 200 anderen Verbandsmitgliedern, Trägern öffentlicher Belange, und anerkannten Naturschutzfachverbänden, die umfangreichen Unterlagen des Vorentwurfs der verbliebenen Suchräume für weitere WKA zugesandt. In Zusammenarbeit mit dem Fachbüro PAN GmbH, München, wurde auch versucht die Bewertung des Landschaftsbildes mit einfließen zu lassen.  
ILKA hat nicht nur eine 22-seitige Stellungnahme zuzüglich div. Anlagen abgegeben, sondern diese auch an zahlreiche der 200 anderen gehörten Institutionen versandt, um dort eine Sensibilisierung für unsere Belange zu erreichen. Auch die Veranstaltungen des Regionalen Planungsverbands Allgäu zur Öffentlichkeitsbeteiligung haben wir gezielt genutzt um unseren Anliegen dort Geltung zu verschaffen.

Unverständlich: Die Tourismusgemeinde Scheidegg beantragt Windpark
Der Vorsitzende des Planungsausschusses, OB Stefan Bosse von Kaufbeuren war sichtlich bemüht das Verfahren nach objektiven Kriterien durchzuführen.
Am 06.03.2013 wurde deshalb konsequenterweise auch der Bürgermeister des Marktes Scheidegg eingebremst.  
Die Festlegung eines Vorrang- oder Vorbehaltsgebiets für WKA auf dem Gemeindegebiet Scheidegg scheiterte wegen:
• der geringen Windhöffigkeit gem. Bayer. Windatlas
• der Lage in der Alpenzone B
• der Lage in Gebieten mit erheblichem Urlaubstourismus
• der zu erwartenden Beeinträchtigung des Landschaftsbildesder Planungsausschuss den Belangen von Natur und Landschaft aufgrund der Lage im landschaftlichen Vorbehaltsgebiet Nr. 20 des Regionalplans der Region Allgäu besonderes Gewicht beigemessen.

Flugsicherung und 10H-Regelung führen zum Stopp der Wind-Euphorie
Im Rahmen des Anhörungsverfahrens wurden auch die Einwendungen der Deutschen Flugsicherung bekannt, dass keine weiteren Windkraftanlagen im Umkreis von 15km um das Funkfeuer bei Kempten hingenommen werden könnten. dann der Bayerische Landtag am 17.11.2014 die Einführung der 10H-Regelung beschlossen hatte, wonach grundsätzlich (Gemeinden können geringere Abstände festlegen) die 10-fache Höhe der WKA als Mindestabstand zu Wohnbaugebieten einzuhalten ist, wurde die Neuausweisung von Vorrang- oder Vorbehaltsgebiets für WKA im Regionalplan aufgegeben.

Etappensieg – Aufschub
Damit hatte der Natur- und Landschaftsschutz nach Jahren intensiver Diskussion einen Etappensieg errungen.
Die Sache ist damit allerdings nicht allgemein und für jeden Ort entschieden. Jetzt kommt es darauf an, überall dort, wo unsere Ziele bedroht sind, rechtzeitig zu warnen und gegen falsche Gemeindebeschlüsse Stellung zu beziehen und diejenigen zu unterstützen, die sich gegen unsinnige Flächennutzungspläne und problematische Baugenehmigungen zur Wehr setzen.

Was ist zu tun?
Wir müssen die Verantwortlichen an ihre eigenen Sonntagsreden erinnern, in denen sie den Wert unserer Naturschätze und Erholungslandschaft sowie deren Bedeutung für den Tourismus hervorheben.
Die Verspargelung mit Windkraftanlagen ist damit nicht in Einklang zu bringen. Sie ist auch – gemessen an den damit verbundenen Folgeschäden – energiepolitisch unsinnig. Vorrang müssen die Stromeinsparung und die effizientere Energieausnutzung haben, insbesondere auch durch verstärkte Nutzung der Kraftwärme-Kopplung, sowie vermehrte Investitionen in die Forschung.

Bio-Energie Allgäu investiert viel Geld in Gutachten
Potentielle Investoren haben im Laufe des Verfahrens viel Geld ausgegeben. Über die Bio-Energie Allgäu (BEA), an der wiederum der Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten, und  das Allgäuer Überlandwerk zu einem Drittel  beteiligt sind, wurden umfangreiche Untersuchungen über die Realisierbarkeit von Windkraftanlagen (WKA), beispielsweise im Kempter Wald angestellt, obwohl dieser nach dem aktuellen Regionalplan als Ausschlussgebiet für WKA ausgewiesen war, und dies auch auf absehbare Zeit bleiben dürfte. Dadurch sind der BEA Aufwendungen in Höhe von 1,3 Millionen Euro entstanden. Gutachten des Büro Jakobus zum Kürnacher Wald hat allein 32.875 Euro gekostet. Damit wird verständlich, dass die verhinderten Investoren nur auf eine günstige  Gelegenheit warten ihre Windindustrieanlagen doch noch bauen zu können.

Wir bleiben weiter wachsam. Unterstützen Sie uns dabei!

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Allgäuer Filmemacher Leo Hiemer im Gespräch mit Reinhold Faulhaber, Vorsitzenden von ILKA e.V.,  bei  den Dreharbeiten zum Kinofilm:  
„Heimat unter Strom“ der Hohen Schulter in Hauptmannsgreut, Gemeinde Betzigau, im Jahr 2012.

Heimat unter Strom - Der neue Film von Leo Hiemer
(Daheim sterben die Leut', Leni, Hirnbein)
über die Windkraft im Allgäu
Dokumentarfilm, 80 Minuten, Deutschland 2013            
Riesenwindmühlen im Allgäu? Muss das sein oder treibt hier die Energiewende merkwürdige Blüten?
Der Allgäuer Filmemacher  Leo Hiemer nimmt die Windriesen unter die Lupe.
HYPERLINK "http://www.heimatunterstrom.de

 
 
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